Preise für dein Ferienhaus festlegen: von den Kosten zum passenden Tarif
Ein tragfähiger Übernachtungspreis passt zu deiner Unterkunft, zur Nachfrage und zu den Kosten eines Aufenthalts. Einfach den Nachbarn zu folgen oder einen vollen Kalender anzustreben, reicht nicht: Mehr Umsatz bedeutet nicht automatisch mehr Ertrag. Beginne mit einem Kostenplan, vergleiche vollständige Aufenthalte und entwickle übersichtliche Tarife. Prüfe anschließend regelmäßig, was davon übrig bleibt.
Trenne Fixkosten, Kosten je Nacht und Kosten je Aufenthalt
Fixkosten entstehen auch bei Leerstand, etwa Versicherungen, feste Abonnements und ein eingeplanter Betrag für Instandhaltung und Ersatzanschaffungen. Variable Kosten folgen der Nutzung, zum Beispiel Energie, Wasser oder Verbrauchsmaterial je vermieteter Nacht. Reinigung, Wäsche und Schlüsselübergabe können dagegen je Aufenthalt anfallen. Trenne diese Posten, damit du einen langen Aufenthalt nicht wie drei kurze Buchungen kalkulierst. Berücksichtige deine eigene Arbeitszeit bewusst im Kostenplan.
Anschauliches Rechenbeispiel: Du planst 12.000 € jährliche Fixkosten, 20 € je vermieteter Nacht und 60 € je Gästewechsel. Erwartet werden 180 vermietete Nächte bei 60 Aufenthalten. Die geplanten Kosten betragen 12.000 € + (180 × 20 €) + (60 × 60 €) = 19.200 €. Um diese zu decken, brauchst du durchschnittlich 106,67 € Mieteinnahmen je vermieteter Nacht. Du teilst durch die erwarteten vermieteten Nächte, nicht durch 365.
Bei durchschnittlich 140 € je Nacht betragen die Mieteinnahmen 180 × 140 € = 25.200 €. Über den geplanten Kosten bleiben 6.000 € übrig. Die Reinigung ist hier im Mietpreis enthalten; rechne denselben Reinigungserlös nicht erneut hinzu. Plattform- und Zahlungsabwicklungskosten, Finanzierung, eigene Arbeit und Steuern sind nicht enthalten. Das Ergebnis ist daher weder Nettogewinn noch Einkommensgarantie. Das Beispiel dient zur Veranschaulichung. Ergänze alle Kosten deiner eigenen Situation.
Vergleiche ähnliche Unterkünfte und vollständige Aufenthalte
Vergleiche Unterkünfte mit ähnlicher Gästezahl, Lage, Einrichtung und Qualität. Achte auch auf Schlaf- und Badezimmer, Außenbereiche, Parkplätze, Bewertungen und besondere Ausstattung. Eine Villa mit Pool ist kein passender Maßstab für eine Wohnung ohne Außenbereich.
Suche jeweils nach denselben Reisedaten, derselben Aufenthaltsdauer und Gruppengröße. Vergleiche den Gesamtpreis einschließlich Pflichtkosten statt nur des beworbenen Nachtpreises. Prüfe mehrere Zeiträume und halte Datum und Bedingungen des Vergleichs fest. Ein Angebotspreis zeigt nicht, ob die Unterkunft dafür tatsächlich gebucht wird. Er dient als Orientierung, nicht als Nachweis der Nachfrage.
Lege einen Basistarif und überschaubare Preiszeiträume fest
Deine Kalkulation gibt eine Richtung vor, bedeutet aber nicht, dass der Markt diesen Preis bezahlt. Wähle einen Basistarif, den du begründen und prüfen kannst. Ergänze nur Zeiträume mit deutlich anderer erwarteter Nachfrage, etwa ruhige Monate, Schulferien oder eine örtliche Veranstaltung. Berücksichtige deine Zielgruppe: Ein Sommerurlaubsort hat andere Muster als eine Stadtunterkunft für Geschäftsreisende.
Halte fest, welche Nächte zum jeweiligen Zeitraum gehören. Bei Homadu schließt das Enddatum einer Preisperiode die Nacht ein, die an diesem Datum beginnt. Ein Zeitraum bis einschließlich 30. Juni enthält also die Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli. Der Abreisetag selbst ist keine Übernachtung.
Betrachte Wochenend- und Pauschalpreise für den ganzen Aufenthalt
Ein Wochenende kann einen anderen Preis rechtfertigen als eine Nacht unter der Woche. Das hängt von Gästen und Standort ab. Definiere genau, welche Nächte dein Wochenende umfasst. Vergleiche bei einer Pauschale den Gesamterlös mit den Kosten und der Arbeit, die du einsparst.
Bei 150 € je Nacht kosten sieben Nächte 1.050 €. Ein Wochenpreis von 950 € bedeutet 100 € Nachlass und durchschnittlich 135,71 € Mieteinnahmen je Nacht. Das kann passen, wenn weniger Gästewechsel oder ungünstige Lücken entstehen. Prüfe aber, ob dieser Vorteil den Nachlass rechtfertigt. Auch lange Aufenthalte verbrauchen Energie und verursachen Verschleiß.
Homadu berechnet Pauschalen innerhalb des jeweiligen Preissegments. Tage aus einem anderen Segment ergänzen keine Pauschale. Prüfe deshalb auch Wochenenden und Wochen, die über eine Preisgrenze reichen.
Rechne Zusatzpersonen und Extras zum Gastgesamtpreis zusammen
Mehr Gäste können höhere Kosten verursachen. Du kannst eine bestimmte Personenzahl im Basistarif einschließen und darüber hinaus je Person und Nacht einen Zuschlag berechnen. Die maximale Belegung bleibt dabei bestehen. Orientiere den Betrag an deinen tatsächlichen Kosten und deiner Positionierung.
Ein separates Beispiel: 160 € je Nacht für vier Personen plus 15 € je zusätzlicher Person ergeben bei sechs Gästen 190 € je Nacht. Drei Nächte kosten 570 €. Mit 75 € verpflichtender Endreinigung beträgt der Aufenthaltspreis 645 €, sofern keine weiteren Pflichtkosten anfallen. Eine Kaution von beispielsweise 200 € weist du separat aus.
Unterscheide enthaltene, verpflichtende und optionale Leistungen. Beschreibe etwa Wäsche, Haustiere oder Frühstück mit den Bedingungen, die du tatsächlich anwendest. Pflichtzuschläge gehören in den Gesamtpreis; optionale Extras müssen bewusst gewählt werden können. Gäste sollen den Preis vor einer Anfrage verstehen.
Stimme Aufenthaltsregeln auf deine Preisstrategie ab
Ein Mindestaufenthalt kann verhindern, dass eine einzelne Nacht einen attraktiven buchbaren Zeitraum aufteilt. Setze ihn gezielt ein: Eine hohe Mindestdauer kann auch passende Gäste ausschließen. Betrachte deshalb den erwarteten Ertrag und die verbleibenden Kalenderlücken. Eine Aufenthaltsvorgabe ist eine Buchungsbedingung, keine Kalendersperre.
Bei Homadu richten sich Mindest- und Höchstdauer nach dem Anreisedatum. Eine Höchstdauer für einen Preiszeitraum kann die Standardhöchstdauer ersetzen, auch durch einen unbegrenzten Aufenthalt. Das Ende des Zeitraums erzwingt keine Abreise. Wer am letzten Tag anreist, kann weiterbleiben, wenn Verfügbarkeit und übrige Bedingungen es zulassen. Erlaubte Abreisetage werden anhand der Regeln am Abreisedatum geprüft. Teste Anreisen an Preisgrenzen ebenso wie Aufenthalte mitten in der Saison.
Vergleiche den Ertrag je Buchungskanal
Derselbe Aufenthaltsumsatz kann je Kanal zu einem anderen Ertrag führen. Ziehe die jeweiligen Plattformgebühren, Zahlungsabwicklungskosten und weitere Buchungskosten ab. Berücksichtige auch feste Software- und Marketingkosten. Verteile sie einheitlich, ohne sie doppelt anzusetzen.
Homadu erhebt für Direktbuchungen keine Plattformprovision. Auf deiner eigenen Website stellst du deine Tarife und Bedingungen selbst dar und hast direkten Kontakt zu deinen Gästen. Beziehe das Abonnement und mögliche weitere Kosten in deinen Kostenplan ein, um den Ertrag sinnvoll zu vergleichen. Lies dazu auch, was eine eigene Buchungswebsite für dein Ferienhaus erfordert.
Prüfe Auslastung und Ergebnis und passe gezielt an
Miss die Auslastung anhand der Nächte, die du tatsächlich zur Vermietung anbietest. Erfasse außerdem durchschnittliche Mieteinnahmen je verkaufter Nacht, Aufenthaltsdauer, Gästewechsel, Buchungsvorlauf und Ertrag nach den berücksichtigten Kosten. Vergleiche ähnliche Zeiträume; ein einzelnes freies Wochenende sagt wenig aus.
Im ersten Beispiel bringen 150 Nächte zu 140 € bei 50 Aufenthalten 21.000 € ein. Nach denselben 12.000 € Fixkosten, 3.000 € Nachtkosten und 3.000 € Wechselkosten bleiben 3.000 € vor den zuvor ausgeschlossenen weiteren Posten. Weniger Nächte senken variable Kosten, die Fixkosten bleiben jedoch.
Bei frühzeitiger hoher Auslastung kannst du für noch freie zukünftige Termine einen höheren Tarif testen. Bei wenigen Anfragen prüfst du auch Auffindbarkeit, Fotos, Gesamtpreis und Bedingungen. Ändere jeweils einen Punkt und dokumentiere ihn. Geringe Auslastung verlangt nicht automatisch einen Rabatt.
Prüfe deine Einstellungen mit Testaufenthalten
Homadu verbindet einen Standardpreis mit Periodentarifen und eigenen Nacht-, Wochenend- und Pauschalpreisen je Preissegment. Bleibt ein spezielles Preisfeld im Periodentarif leer, wird dafür nicht nachträglich der Standardwochenend- oder Standardpauschalpreis übernommen. Die Preisperioden behalten ihre eigenen Preise. Prüfe, was deine Einstellungen für einen konkreten Aufenthalt ergeben.
Teste einen gewöhnlichen Aufenthalt unter der Woche, ein Wochenende, einen längeren Aufenthalt, zusätzliche Gäste und einen Aufenthalt über zwei Preisperioden. Kontrolliere Mietpreis, Leistungen, Kaution sowie Anreise- und Abreiseregeln gemeinsam. Die Kostenübersicht enthält eine aufklappbare Preisaufteilung; eine allgemeine Tarifübersicht für Gäste ist optional. Hinweise zur Darstellung findest du unter Vertrauen mit deiner Unterkunftsseite schaffen.
Über deine eigene Homadu-Website können Gäste einen Aufenthalt zu den eingestellten Tarifen anfragen. Du prüfst die Anfrage und nimmst sie an oder lehnst sie ab. So verbindest du dein Preismanagement mit deiner eigenen Vermietungswebsite. Plane regelmäßige Prüftermine und aktualisiere den Kostenplan, wenn sich Kosten, Unterkunft oder Nachfrage verändern.